STUDIOTIMNOWAK | WISSENSCHAFTSCAMPUS DÜSSELDORF
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WISSENSCHAFTSCAMPUS DÜSSELDORF

An prominenter Stelle im Düsseldorfer Innenhafen gelegen sollte ein Zentrum entwickelt werden, dass die „Wissensregion Düsseldorf“ repräsentiert und ein Anlaufpunkt für Forscher, Schüler, Studenten und Unternehmen darstellt. Dabei galt es ein abwechslungsreiches Raumprogramm zu integrieren, das neben Büroflächen für etablierte Unternehmen und Start-Ups auch öffentliche Flächen wie Austellungsräume, Konferenzsäle, eine Mediathek und Gastronomie beinhaltet. Das Zentrum der Wissenschaft soll somit zu einem Mittelpunkt für Forschung, Austausch, Lehre und Kommunikation werden.

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Leitgedanke des Entwurfs ist die Typologie des Campus als ein Ort der Kommunikation, des Miteinander und der Kontemplation. Zentrum bildet der alles miteinander verbindende Platz. Gesäumt wird dieser von den beiden eingeschossigen Schenkeln und einer Emfpangshalle. Die Schenkel bilden mit der Hafenkante einen Rahmen für die Interaktion im Inneren. In diesen Baukörpern wurden alle öffentlichen Funktionen untergebracht. Die Kombination aus öffentlichem Innenhof und den für alle zugänglichen Funktionen im Sockel erhöht die Frequentierung des Areals und damit den Austausch der Bürgerinnen und Bürger auf dem Campus. Unterstrichen wird diese Intention dadurch, dass sich die Sockel zum Hof durch Ihre raumhohe Verglasung öffnen. Zum Wasser wurden gezielte Einschnitte in den Sockel getätigt, um gerahmte Ausblicke auf den Innenhafen zu ermöglichen. Komplettiert werden die beiden Sockel von einem verglasten Pavillion. Dieses Empfangsgebäude beherbergt neben einem Bistro auch den Informationsschalter sowie ein Foyer für Veranstaltungen. Dem Besucher gegenüber zeigt es sich als Empfangsportal; gleichzeitig dient es dazu den Hof in sich zu schließen. Durch die zentrale Positionierung wird die Zuwegung für die Besucher an den seitlichen Schenkeln vorbei inszeniert.
Die Büroflächen wurden in die auf den Sockel gesetzten dreigeschossigen Baukörper gelegt. Diese gleichen sich in Ihrer Länge, variieren allerings in der Breite. Zum Wasser kragen die 42 Meter langen Baukörper 18 Meter aus, zum Innenhof sechs Meter. Die Eingänge für jegliche Nutzungseinheiten liegen Zentral unter jedem dieser aufgesetzten Körper. Dadurch wird eine gewisse Adressbildung gewährleistet. Durch diese zentralen Erschließungen gelangt der Besucher in eine Lobby, die sowohl die darüber liegenden Büroflächen als auch die angrenzenden öffentlichen Flächen miteinander verbindet. Durch den Kern, der an die Wasserkante gesetzt wurde, gelangt man zentral in die Büroflächen.
Die ungewöhnlich große Tiefe der Büroflächen bewirkt innenliegende Bereiche ohne Tageslicht. In diese Bereiche wurden der Kern, die Erschließung und Funktionen wie Besprechungsräume, Teeküchen, oder Ruhezonen gelegt. Die Arbeitsplätze befinden sich unmittelbar an der Fassade und gewähren einen Ausblick auf den Düsseldorfer Innenhafen.
Die Dächer der Sockel wurden zum einen als zweiter Rettungsweg genutzt, zum anderen können die Angestellten dort Ihre Pausen verbringen.
Um die Auskragung der Bürokörper zu realisieren und gleichzeitg einen flexiblen Bürogrundriss zu erhalten, wurde als Primärtragwerk ein Vierendeelträger entwickelt, der sich zusammenhängend über alle drei Geschosse erstreckt. Der Träger besteht aus ein Meter hohen Gurten und Schotten, die in Segmente aufgelöst wurden. Die Segmentlänge nimmt mit der Auskragung ab. Der Vierendeelträger ermöglicht, dass die Zwischenräume ohne Diagonalstäbe auskommen können. So ist die Flexibilität innerhalb der Büros gewährleistet.
Ähnlich flexibel wurde der Außenraum gestaltet. Der Platz wurde um eine große Grünfläche ergänzt. Bespielt wird der Platz mit mobilen Boxen aus weißem Kunststoff, die als Sitzgelegenheiten oder als Tisch fungieren können.
Die mobilen Boxen können zu Sitzgruppen zusammen gestellt werden oder als Präsentationsflächen bei Veranstaltungen genutzt werden.
Um eine Durchwegung des gesamten Areals zu ermöglichen, wurde eine große Freitreppe zur Hafenspitze gestaltet. Eine Fähranlegestelle ermöglicht es, den Campus der Wissenschaft von vielen umliegenden Regionen über den Rhein zu erreichen und vernetzt den Komplex somit zusätzlich mit der Wissensregion Düsseldorf.

Um ein auskragendes statisches System zu realisieren können verschiedene Arten von Tragwerken genutzt werden.
Wie in diesem Fall kann ein herrkömmlicher Unterzug bei hohen Lasten nicht mehr realisiert werden. Einen Ersatz könnten Schotten darstellen. Hier wäre eine Querdurchwegung innerhalb der Grundrisse nicht möglich. Die Schotten könnten in einen Fachwerkträger weiter aufeglöst werden. Die Diagonalstäbe des Fachwerkträgers würden allerdings eine Querdurchwegung sehr unflexibel gestalten. Ein weiterer Schritt ist die Wahl des Vierendeelträgers. Die fehlenden Diagonalstäbe müssen dann durch einen biegesteifen Anschluss zwischen Gurt und Scheibe ersetzt werden. Um den Vierendeelträger so filigran wie möglich zu entwickeln, wurden die Scheiben mit zunehmender Auskragung in kürzere Segmente dimensioniert. Da die Diagonalstäbe entfallen, muss eine biegesteife Verbindung zwischen Scheibe und Gurt hergestellt werden. Bei den längeren Segmenten ist diese biegesteife Verbindung bereits durch die Dimension der Scheibe gegeben. Die kurzen Segmente werden über die Bewehrung biegesteif angeschlossen. Um den Schalungsaufwand zu minimieren, werden die Stahlbetondecken auf einer vorgefertigten Filigrandecke gegossen. Diese Filigrandecken liegen auf einem im Gurt integrierten Auflager auf. Die Höhendifferenz zwischen Stahlbetondecke und Gurt kann dazu genutzt werden, die Lüftung und die Elektrifizierung in den Hohlraumboden beziehungsweise in der Abhangdecke unterzubringen. Bei der obersten Geschossdecke kann in diesen Zwischnraum die Dämmebene untergebracht werden.



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