STUDIOTIMNOWAK | DERENDORFER DREIECK
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DERENDORFER DREIECK

Dieser Entwurf befasst sich mit einem brachliegenden Grundstück an einer stark befahrenen Straße im Düsseldorfer Norden. Die verkehrsreiche Einfallstraße in die Düsseldorfer City im Stadtteil Derendorf bot bislang keinen angemessenen Anblick für eine Großstadt wie Düsseldorf. Der Blick während der Fahrt über die Brücke zeigte unharmonische Rückansichten, ungepflegte Grünanlagen der Wohnhäuser und vor allem die leere, weiße Brandwand am Brückenkopf. Der Verkehrslärm durch Fahrzeuge und der nahe liegenden Nord-Süd-Bahntrasse könnte ein Grund sein, weshalb das zu bebauende Grundstück bislang ungenutzt blieb. Um der Einfahrt in die Hauptstadt Nordrhein-Westfalens eine würdige Kulisse zu bieten, muss ein prägnanter, auffallender Brückenkopf geschaffen werden.

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Städtebaulicher Ansatz
Dieser Entwurf lenkt jegliche Aufmerksamkeit auf sich. Der dreieckige Grundriss steht mit seiner längsten Seite orthogonal zur Brücke und wirkt wie ein „Wächter“, der passiert werden darf. Erst beim Vorbeifahren bemerkt der Betrachter die Spitze des Dreiecks und die Illusion fliegt auf. In der städtebaulichen Perspektive wird klar, wie sich das Gebäude vor die unsägliche Randbebauung schiebt. Trotzdem ist zu betonen, dass die Ansicht von der Yorckstraße das Stadtbild komplettiert. So werden städtebauliche Vollendung und extrovertierte Demonstration in einem Entwurf kombiniert.
Die Freiheit der architektonischen Form wird durch das ausgelagerte Treppenhaus und das Absetzen des Körpers vom Brückenrand unterstützt. Dadurch entsteht eine autarke Form, die der Umgebung eine Definition verleiht. Aufgrund der Konstruktionsweise aus Holz, wurde das Treppenhaus aus massivem Stahlbeton ausgelagert und bildet eine Komposition mit dem Dreieck. Über Stege werden diese beiden Formen miteinander verbunden. Durch diese Trennung entsteht eine Gasse, die als Verbindung der Yorckstraße zum Bereich unter der Brücke gesehen werden kann.

Entwurfskonzept und Grundriss
Für das Gebäude ist eine hybride Nutzung von Wohnen und Gastronomie vorgesehen. Die Bar „bermuda“ sitzt im 2. Kellergeschoß und wird über die Verbindungstreppe erschlossen. Über das offene, durch Holzlamellen geschützte Treppenhaus mit Aufzug erreichen die Bewohner ihre rund 80qm großen Wohnungen mittels der Stege. Die oberste Wohnung erstreckt sich dabei über zwei Geschosse, die durch eine interne Treppe verbunden sind. Der Grundriss der Wohnungen wird von einem durchlaufenden zur Brücke offenen Wohn- und Essbereich mit Kochzentrale geprägt. Die großen Fenster lassen 400% mehr Tageslicht herein, als die geforderte Mindesbelichtungsstärke für diese Fläche. Durch den das Badezimmer umlaufenden Gang entsteht ein offenes Gefüge, das trotzdem in einzelne Bereich getrennt ist. Der Diele wurde eine integrierte Garderobe zugesprochen. Die Bewohner erhalten einen Arbeitsraum und ein Schlafzimmer mit Einbauschränken. Das untere Kellergeschoss dient zur Unterbringung der Abstell- und Technikräume. Jeder Wohneinheit ist ein Abstellraum zugewiesen. Die Bar erhält ein eigenes Lager mit Kühlraum. Über einen Kleingüteraufzug können die Getränke direkt in die Bar transportiert werden.
Im Technikraum ist Platz für die gesamte Haustechnik. Über einen durchgehenden Installationsschacht werden die einzelnen Geschosse versorgt.
Die Ansicht von der Brücke wird durch die Bewohner des Hauses bestimmt. Die klare Rasterung würde ohne ein weiteres Gestaltungsmerkmal schnell monoton erscheinen. Verschieden farbige textile Jalousien bringen Farbe ins Spiel und ergeben je nach Bedürfnis des einzelnen Bewohners ein immer wieder neues Fassadenbild! Dadurch wird auch eine unhomogene Gestaltung seitens der Bewohner vorweg genommen.

Konstruktion
Entgegen der konventionellen Konstruktionsweise aus Mauerwerk und Beton im Geschosswohnungsbau, wird bei diesem Entwurf ein Ständerwerk aus Holz gewählt. Ein großer Aspekt ist dabei der Brandschutz. Die 20x20cm großen Stützen aus Fichtenholz werden dabei von innen durch eine 2-lagige Beplankung aus Gipskarton (F90) und von außen durch eine bituminöse Holzweichfaserplatte (F90) geschützt. Durch eine innen liegende Installationsschicht können die notwendigen Leitungen gelegt werden. Die konstruktiven Stützen ziehen sich auch durch die außenliegenden Fenster, werden hier aber auf 10x20cm dimensioniert. Davor liegt ein in der Fassade integrierter textiler Sonnenschutz, der je nach den Bedürfnissen der Bewohner das Bild der Fassade prägt. Die gesamte Holzkonstruktion wird auf einen Keller aus Stahlbeton gesetzt, der den nötigen Schutz vor Feuchtigkeit bietet und die Lasten an das Erdreich verteilt.



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